Großbrand zerstört Schloß Elmau

Brand in Schloß Elmau

Blick von oben

Der Brand unter dem Dach

Im 3. Stock unter dem Brand

Abstützungsarbeiten im 3. Stock

Die Deckenverkleidung muss entfernt werden

Abstützungsarbeiten im 3. Stock, Löschwasser rieselt ständig durch die Decke

Von den Helfern wird Einiges verlangt

Sonntagmorgen um 5.23 Uhr geht bei der Polizei in Mittenwald ein Notruf ein: Schloss Elmau brennt. Eine defekte Heizdecke hat ein Bett in Brand gesteckt. Als die Feuerwehr eintrifft, stehen bereits 2 Zimmer im Vollbrand und das Feuer greift nun in großer Geschwindigkeit auf das Dachgeschoss des Süd- und Westflügels über. Das Hotel wurde sofort evakuiert, 443 Gäste und Angestellte, davon 150 Kinder insgesamt. Sie wurden mit Bussen auf umliegende Hotels und die Winterkampf-Schule der Bundeswehr verteilt. Glücklicherweise werden nur 10 Personen, darunter 2 Feuerwehrmänner, leicht verletzt. Mittlerweile kämpfen die Feuerwehren Krün, Mittenwald, Seefeld in Tirol, Wallgau, Garmisch, Partenkirchen, Grainau, Farchant, Oberau, Oberammergau und Murnau gegen die Feuersbrunst.
Um 9.15 Uhr erfolgt für den THW Ortsverband Garmisch-Partenkirchen die Alarmierung über Funkmeldeempfänger. Da mittlerweile massiv Löschwasser durch die Geschosse des Schlosses gedrungen war und für die betroffenen Flügel massive Einsturzgefahr bestand, wurde der Technische Zug damit beauftragt, zunächst die Flurdecken im dritten Geschoss des Westflügels mittels Einsatz-Gerüstsystem (EGS) abzustützen, um so den Kameraden der Feuerwehr einen sicheren Zugang für den Innenangriff zu schaffen. Diese Aufgabe wurde dann auch auf das zweite und erste Stockwerk ausgedehnt. Schwierigkeiten hierbei ergeben sich aus der Tatsache heraus, dass alle Decken mit Rigips verkleidet oder Ornamenten verziert waren und somit bis zur Tragdecke mit der Motorsäge geöffnet werden mussten- und das bei ständig nachlaufendem Löschwasser, das man nun mit Pumpen wieder nach draussen beförderte. Insgesamt wurden 150 Stützen gesetzt. Zeitweilig mussten die Arbeiten eingestellt werden, nachdem es zu einem lokalen Deckeneinsturz in Brandherdnähe gekommen war. Die Arbeiten werden aber auf Anraten der zwischenzeitlich eingetroffenen Kräfte der Berufsfeuerwehr München wieder aufgenommen und auf alle drei Geschosse des Südflügels ausgedehnt. Zur Unterstützung werden die Kameraden des Ortsverbands Weilheim mit ihrem Einsatzgerüst angefordert. Zeitgleich werden große Mengen Rüstholz im Sägewerk Mittenwald zugeschnitten und mit dem THW-Kipper zur Einsatzstelle gebracht. Die Abstützarbeiten im Inneren des Gebäudes gestalten sich zeitweilig sehr arbeitsintensiv und schwierig. Im Teesaal des Südflügels muss eine doppelt abgehängte Decke bei über 3m Raumhöhe bis zur Tragdecke aufgeschnitten werden - bei einer Wasserflut wie aus Gieskannen von oben. Allein der Löscharm der BF München pumpt zu dieser Zeit 4000l/min Löschwasser ins Dach.Eine Aufgabe, die den eingesetzten Helfern alles Können bis zur Erschöpfung abverlangt
Nachdem feststand, dass die Löscharbeiten die Nacht über fortgeführt werden müssen, beginnt man mit dem Aufbau einer Ausleuchtung der betroffenen Schlossflügel. Hierbei kamen der Lichtmast des GKW Infrastruktur mit seinen Tageslichtscheinwerfern und das 61 kVA-Aggregat ebenso zum Einsatz, wie auch die angeforderten Polyma-Lichtgiraffen der Ortsverbände Weilheim und Geretsried.
Nahezu zeitgleich erfolgt der Auftrag die Abendverpflegung der verbliebenen Einsatzkräfte zu übernehmen. Die Feldküche des OV Garmisch-Partenkirchen löst die bis dahin eingesetzten Kameraden des BRK ab und versorgt 220 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren, Rotem Kreuz und THW. Im Laufe des Abends wird der OV Schongau nachalarmiert und die Schongauer Helfer lösen gegen 1.30 die eingesetzten Helfer der Ortsverbände Garmisch-Partenkirchen und Weilheim ab, die völlig durchnässt und am Ende ihrer körperlichen Kräfte waren.
In den frühen Morgenstunden des Montags sind dann alle wesentlichen Löscharbeiten abgeschlossen, die Meldung "Feuer aus" kommt jedoch nach umfangreichen Nachlöscharbeiten erst am Montagabend. Im Laufe des Montags wurde durch den OV Garmisch-Partenkirchen die Einsatzstelle in soweit geräumt, dass nur noch das Abstützmaterial im Gebäude verblieb.
Zurückblickend ist hervorzuheben, dass die einzelnen Organisationen in vorbildlicher Weise zusammenarbeiteten und die Einsatzmöglichkeiten des THWs bei reibungsloser Integration ausgeschöpft wurden. Oder um in den Worten des Einsatzleiters BRK Geuther zu sprechen: "Durch das Hochwasser im Juli 2005 und diesem Einsatz bedarf es keiner Übung mehr, um die gute Zusammenarbeit und die Schlagfähigkeit unserer Hilfsorganisationen unter Beweis zu stellen."

Eingesetzte Helfer OV Garmisch-Partenkirchen: 58 Helfer, OV Weilheim: 18 Helfer, OV Geretsried: 2 Helfer, OV Schongau: 20 Helfer

Der Brand beschädigt das 1916 erbaute und in dritter Generation geführte Schloss Elmau schwer. 2 Flügel sind komplett zerstört, ein weiterer stark beschädigt. Gerettet werden können jedoch der Ost-Flügel, der neue Anbau, das große Treppenhaus, der Saal, der Schlossturm und die Küche. Das gerade wegen seiner kulturellen Veranstaltungen über die Grenzen Bayerns hinaus bekannte Hotel soll nach ersten Plänen wieder völlig im alten Stil aufgebaut werden und voraussichtlich im Frühjahr 2006 wieder im alten Glanz eröffnen. Das Schlosshotel Elmau liegt zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald in einem Seitental und atemberaubender Gebirgskulisse der Wettersteinmassivs.